SPD Bremerhaven gewinnt Dröscher-Preis: „Roter Stadtrundgang“ überzeugt Jury

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Der ,,Rote Stadtrundgang” der SPD Bremerhaven ist mit dem Wilhelm-Dröscher-Preis ausgezeichnet worden: Am Samstag (16.11.2013) wurde der mit 3.000 Euro dotierte erste Preis beim SPD-Bundesparteitag in der Leipziger Messehalle verliehen. Prämiert wurde das Gemeinschaftsprojekt, mit dem die Seestadt-SPD aus Anlass des 150-jährigen Parteijubiläums geschichtlich bedeutsame Orte und Begebenheiten aufgearbeitet und dokumentiert hatte. Parallel zur gedruckten Dokumentation, die zum Festwochenende im Mai 2013 erschienen war, hatte das Projektteam auch eine Web-App entwickelt, um den Stadtrundgang mit einem Smartphone anzugehen: Unter der Adresse www.roter-stadtrundgang.de kann jedermann diesen Rundgang nachvollziehen. Parallel wurde zu bisher vier geführten Rundgängen mit bekannten ,,Stadtführern” eingeladen. In Erzählcafés kamen Zeitzeugen zu Wort, die zur stadtgeschichtlichen Entwicklungen aus ihrem eigenen Leben berichteten.

Dieses breit angelegte Konzept überzeugte schliesslich die Jury, zu deren Mitgliedern neben der Kuratorin, Bundesministerin a.D. Heidemarie Wieczorek-Zeul, auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles gehörte. Ausgewählt aus 43 Beiträgen in der Finalrunde erhielt das Team aus Jörg Fehring, Timo Hörske, Sabrina Czak, Heiko Stratmann, Matthias Wefer und Swen Awiszus die besondere Auszeichnung im Beisein von Peter und Michael Dröscher überreicht, zwei Söhne von Wilhelm Dröscher. Zuvor hatte sich das Bremerhavener Projektteam drei Tage lang mit den übrigen Finalteilnehmern in einem eigens konzipierte Stand der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Dabei wurde auch ein Film gezeigt, der mit Unterstützung von Comic-Zeichnungen des Bremerhavener Grafikers Sönke Allers den Roten Stadtrundgang in bewegten Bildern illustrierte. Zu den Gästen am Stand zählten zahlreiche SPD-Spitzenpolitikern: Neben beispielsweise dem Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Frank-Walter Steinmeier, Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen, Brandenburgs ehemaligem Ministerpräsidenten Matthias Platzeck, dem Vorsitzenden der Friedrich-Ebert-Stiftung, Kurt Beck, dem frisch gewählten stellvertretenden Parteivorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel, Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil, dem Bremer SPD-Landesvorsitzenden Andreas Bovenschulte, SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks und Jury-Präsidentin Heidi Wieczorek-Zeul war auch der heimische Bundestagsabgeordnete Uwe Beckmeyer einer derjenigen, der sich mit anerkennenden Worten im Gästebuch verewigte. Zahlreiche Interessierte nutzen die Gelegenheit, sich vom Team das Konzept am Stand erklären zu lassen. Unterstützung erfuhr das Team auch durch die stellvertretende Bremerhavener SPD-Vorsitzende Sybille Böschen, die eigens nach Leipzig gereist war und Gesundheitsstadträtin Brigitte Lückert, die als Delegierte am Parteitag teilnahm.

Böschen zeigte sich überwältigt und überglücklich, ,,über den großartigen Erfolg, den wir gemeinsam feiern und diesem Team zu verdanken haben.” Lückert sagte, Bremerhaven sei durch die großartige Leistung vieler fleißiger Genossinnen und Genossinen einmal mehr in die Mitte der SPD gerückt: ,,Das macht mich sehr, sehr stolz und glücklich.” Der Bremer SPD-Landesvorsitzende Andreas Bovenschulte würdigte den Bremerhavener Beitrag als ,,herausragende Leitung beispielhafter Parteiarbeit, die mit viel Herzblut und ansteckender Leidenschaft präsentiert wurde.”

Ins Gästebuch notierte Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen: „Ein tolles Projekt! Darauf könnt ihr stolz sein. Ich bin es auch – dass Bremerhaven sich in Leipzig so eindrucksvoll präsentiert.“ Jury-Mitglied Michael Dröscher schrieb: „Geschichte anschaulich machen, denn Zukunft braucht Herkunft. Viele Menschen sollen den Stadtrundgang gehen.“ Und sein Bruder Peter Döscher ergänzte: „Die App zum Stadtrundgang ist spitze.“ Barbara Hendricks schrieb: „Der Rote Stadtrundgang in Bremerhaven bringt Politik und Geschichte und Gegenwart prima zusammen!“ Frank-Walter Steinmeier notierte ins rote Buch: „In Bremerhaven lebt die SPD. Ich erinnere mich gern an unsere Großveranstaltung vor der Großen Kirche. Und mit dem Roten Stadtrundgang und dem Erzählcafé stellt ihr das immer wieder unter Beweis! Habt Dank und beste Grüße“. Der sächsische SPD-Landesvorsitzende Martin Dulig kommentierte: „Es ist echt klasse, was ihr auf die Beine gestellt habt. Bitte weitermachen! Eure Ideen sind keine Eintagsfliegen. Ich bin gespannt, was ihr beim nächsten Dröscherpreis als nachhaltige Weiterentwicklung eures Projekt präsentiert.“

 

Stichwort: Wilhelm-Döscher-Preis

Der „Wilhelm-Dröscher Preis“ wurde 1982 auf Anregung des SPD-Vorsitzenden Willy Brandt und des Bundesgeschäftsführers Peter Glotz ins Leben gerufen. Er wird alle zwei Jahre im Rahmen des ordentlichen SPD-Bundesparteitags verliehen. Mit der Namensgebung wird die Lebensleistung des damaligen SPD-Schatzmeisters Wilhelm Dröscher gewürdigt, der 1977 im Alter von nur 57 Jahren auf dem Hamburger Parteitag starb. Auf Bitten der Familie verzichtete die SPD seinerzeit auf die üblichen aufwendigen Todesanzeigen und gab stattdessen den dafür vorgesehenen Betrag der neu gegründeten Wilhelm-Dröscher-Stiftung als Startkapital. Diese Stiftung war von engen politischen Freunden und Mitgliedern der Familie kurze Zeit nach seinem plötzlichen Tod – am 25. November 1977 – gegründet worden. Sie ist ein eingetragener Verein, dem das Finanzamt die große Gemeinnützigkeit zuerkannt hat. Die Zinsen des Stiftungskapitals sowie Spenden und Bußgelder bilden den Rahmen für das jährliche Budget der Stiftung in Höhe von 10.000 Euro. Die Stiftung hat in den nunmehr mehr als 25 Jahren ihres Bestehens mit einem Gesamtvolumen von mehr als 300.000 EUR viele kleine Einzelunterstützungen geben können, die für die Menschen oder Einrichtungen wichtig und hilfreich waren.

 

Bildzeileninformation:

v.l.n.r. Jörg Fehring, Sabrina Czak, Matthias Wefer, Timo Hörske, Swen Awiszus, Kuratorin Heidemarie Wieczorek-Zeul, Jury-Mitglied Peter Döscher und Heiko Stratmann. Foto: SPD Bremerhaven

 

(Text und Bild von Swen Awiszus)

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